Ultraschallschweißen – welche Kunststoffe sind geeignet?

Das Ultraschallschweißen ist ein schnelles und präzises Fügeverfahren, das insbesondere bei der industriellen Verarbeitung von Kunststoffbauteilen eingesetzt wird. Dabei werden hochfrequente mechanische Schwingungen über eine Sonotrode in die Werkstücke übertragen. An der vorgesehenen Fügestelle entsteht durch die Schwingungen Wärme, der Kunststoff wird lokal plastifiziert beziehungsweise aufgeschmolzen und die Bauteile verbinden sich unter Druck miteinander. Zusätzliche Klebstoffe, Schrauben oder andere Verbindungselemente sind dabei nicht erforderlich. Allerdings eignet sich nicht jeder Kunststoff gleichermaßen für dieses Verfahren. Materialstruktur, Schmelzverhalten, Steifigkeit, Dämpfungseigenschaften und die Kombination der miteinander zu verbindenden Kunststoffe haben einen wesentlichen Einfluss auf das Schweißergebnis. Lambda.sys bietet professionelles Ultraschallschweißen für industrielle Kunststoffkomponenten und kann das Verfahren mit weiteren Leistungen wie Kunststoffspritzguss, Werkzeugbau, Musterbau und Montage kombinieren.

Welche Kunststoffe sind für das Ultraschallschweißen geeignet?

Grundsätzlich eignet sich das Ultraschallschweißen für thermoplastische Kunststoffe, da diese Werkstoffe durch Wärmeeinwirkung erweichen beziehungsweise aufschmelzen und beim Abkühlen wieder erstarren können. Dadurch kann an der Kontaktfläche zweier Bauteile eine dauerhafte Verbindung entstehen. Besonders gute Voraussetzungen bieten häufig amorphe Thermoplaste. Dazu gehören beispielsweise ABS, Polystyrol (PS), Polycarbonat (PC), PMMA und bestimmte weitere technische Kunststoffe. Lambda.sys nennt ABS, PC, PMMA, PS und PVC als Materialien mit guten Voraussetzungen für das Ultraschallschweißen. Welche Prozessparameter erforderlich sind, hängt jedoch immer vom konkreten Werkstoff und vom Bauteil ab. Selbst Kunststoffe derselben Polymergruppe können durch Füllstoffe, Verstärkungsfasern, Additive oder unterschiedliche Rezepturen ein anderes Schweißverhalten aufweisen. Deshalb sollte die Eignung nicht ausschließlich anhand der allgemeinen Materialbezeichnung beurteilt werden. Besonders bei technisch anspruchsvollen Komponenten oder größeren Serien empfiehlt es sich, Material und Konstruktion gemeinsam zu bewerten und die Prozessparameter anhand realer Musterteile festzulegen. Amorphe Thermoplaste sind für das Ultraschallschweißen häufig vorteilhaft, weil sie einen vergleichsweise breiten Erweichungsbereich besitzen und die eingebrachte Schwingungsenergie gut bis zur Fügestelle übertragen können. ABS ist beispielsweise ein weit verbreiteter technischer Kunststoff, der in Gehäusen, Automotive-Komponenten, Elektronikprodukten und Konsumgütern eingesetzt wird. Auch Polycarbonat wird aufgrund seiner mechanischen Eigenschaften in zahlreichen technischen Anwendungen verwendet und lässt sich unter geeigneten Bedingungen mittels Ultraschall fügen. PMMA ist vor allem bei transparenten beziehungsweise optisch relevanten Bauteilen bekannt. Entscheidend ist jedoch immer, dass Konstruktion und Prozess auf den Werkstoff abgestimmt werden.

Anspruchsvoller kann das Ultraschallschweißen geeigneter Kunststoffe bei teilkristallinen Thermoplasten sein. Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise Polypropylen (PP), Polyethylen (PE) und Polyamid (PA). Diese Werkstoffe können ebenfalls ultraschallgeschweißt werden, stellen jedoch häufig höhere Anforderungen an Prozessführung und Konstruktion. Teilkristalline Kunststoffe besitzen andere Schmelz- und Dämpfungseigenschaften als amorphe Materialien. Ein größerer Anteil der eingebrachten Schwingungsenergie kann innerhalb des Werkstücks absorbiert werden, bevor sie die eigentliche Fügestelle erreicht. Kurze Abstände zwischen Sonotrode und Schweißzone sowie eine gezielt ausgelegte Fügestellengeometrie können deshalb besonders wichtig sein. Nicht nur das Polymer selbst entscheidet über die Schweißbarkeit. Auch Feuchtigkeit, Glasfasern, mineralische Füllstoffe, Flammschutzmittel, Weichmacher und weitere Additive können das Verhalten während des Ultraschallprozesses beeinflussen. Bei Polyamid kann beispielsweise der Feuchtigkeitsgehalt relevant sein. Deshalb sollte bei industriellen Serien möglichst mit dem tatsächlich vorgesehenen Produktionsmaterial getestet werden. Ein Muster aus einem ähnlichen Kunststoff liefert nicht zwangsläufig dieselben Ergebnisse wie das spätere Serienbauteil.

Warum müssen Material und Bauteilkonstruktion zusammenpassen?

Selbst ein grundsätzlich gut schweißbarer Kunststoff garantiert noch keine hochwertige Ultraschallverbindung. Entscheidend ist die Kombination aus geeignetem Kunststoff für das Ultraschallschweißen, Bauteilgeometrie und korrekt eingestellten Prozessparametern. Die mechanischen Schwingungen müssen von der Sonotrode möglichst kontrolliert bis zur vorgesehenen Fügestelle übertragen werden. Wandstärken, Abstände, Geometrieänderungen und die Steifigkeit des Bauteils beeinflussen diese Energieübertragung. Ein Bauteil, das sich unter Belastung stark verformt oder die Schwingungen absorbiert, kann deshalb schwieriger zu verschweißen sein als eine Konstruktion, die speziell für das Verfahren entwickelt wurde. Eine wichtige Rolle spielen Energierichtungsgeber. Dabei handelt es sich um gezielt gestaltete Bereiche an der Fügestelle, die dafür sorgen, dass sich die eingebrachte Energie lokal konzentriert. Statt eine große Kontaktfläche gleichzeitig aufschmelzen zu müssen, beginnt der Schweißprozess an einem definierten Bereich. Dadurch kann die Bildung einer reproduzierbaren Verbindung unterstützt werden. Form und Dimension des Energierichtungsgebers müssen wiederum zum Material, zur Bauteilgeometrie und zu den Anforderungen an die Verbindung passen.

Auch die Position der Schweißnaht sollte bereits während der Produktentwicklung berücksichtigt werden. Besonders bei größeren oder komplexen Kunststoffteilen kann der Abstand zwischen Sonotrode und Fügestelle beeinflussen, wie viel Schwingungsenergie tatsächlich am gewünschten Bereich ankommt. Je stärker ein Material dämpft, desto wichtiger kann eine möglichst direkte Energieübertragung werden. Eine nachträgliche Anpassung eines bereits vollständig konstruierten Bauteils kann dagegen Änderungen an Spritzgussformen oder anderen Werkzeugen erforderlich machen. Genau hier bietet die Kombination verschiedener Leistungen bei Lambda.sys praktische Vorteile. Neben dem Ultraschallschweißen beschäftigt sich das Unternehmen mit Musterbau, Werkzeugbau, Kunststoffspritzguss und Montage. Dadurch kann die spätere Fügetechnik bereits bei der Entwicklung und Fertigung eines Kunststoffbauteils berücksichtigt werden. Vor dem Start einer größeren Serie können Prototypen beziehungsweise Musterteile gefertigt und getestet werden. Auf Grundlage der Ergebnisse lassen sich beispielsweise Fügestellen oder andere konstruktive Details optimieren. Bei der Prozessentwicklung müssen anschließend Parameter wie Amplitude, Schweißdruck, Schweißzeit und gegebenenfalls weitere Prozessgrößen festgelegt werden. Eine zu geringe Energie kann zu einer unvollständigen Verbindung führen, während eine ungeeignete oder übermäßige Energieeinbringung das Bauteil beeinträchtigen kann. Das Ziel besteht deshalb nicht darin, möglichst viel Ultraschallenergie einzusetzen, sondern genau die Bedingungen zu bestimmen, unter denen eine reproduzierbare Verbindung entsteht.

ABS und Polycarbonat ultraschallschweißen

ABS und Polycarbonat gehören zu den Kunststoffen, die häufig für technische Bauteile eingesetzt werden und grundsätzlich gute Voraussetzungen für das Ultraschallschweißen bieten. Typische Anwendungen finden sich beispielsweise in Gehäusen, Bedienelementen, Automotive-Komponenten und elektrischen beziehungsweise elektronischen Produkten. Die tatsächliche Schweißbarkeit hängt jedoch von der konkreten Materialrezeptur, Geometrie und Konstruktion der Fügestelle ab. Deshalb sollten auch bei grundsätzlich gut geeigneten Werkstoffen reale Bauteile getestet und die Prozessparameter individuell festgelegt werden.

PP, PE und PA mit Ultraschall schweißen

Auch teilkristalline Kunststoffe wie Polypropylen, Polyethylen und Polyamid können mittels Ultraschall verbunden werden. Im Vergleich zu vielen amorphen Thermoplasten können sie jedoch höhere Anforderungen an Konstruktion und Prozessführung stellen. Dämpfungseigenschaften, Schmelzverhalten und bei bestimmten Materialien auch der Feuchtigkeitsgehalt müssen berücksichtigt werden. Eine optimierte Fügestellengeometrie und kurze Wege der Schwingungsübertragung können dazu beitragen, reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen.

Kunststoffkombinationen beim Ultraschallschweißen

Sollen zwei unterschiedliche Kunststoffe miteinander verbunden werden, muss deren Kompatibilität geprüft werden. Nicht jede Kombination zweier grundsätzlich schweißbarer Thermoplaste lässt sich automatisch zuverlässig miteinander verschweißen. Chemische Verträglichkeit, Schmelzbereiche und Materialeigenschaften müssen ausreichend zueinander passen. Bei anspruchsvollen Materialkombinationen sind praktische Versuche deshalb besonders wichtig. Lambda.sys kann Muster und Prototypen nutzen, um Fertigungs- und Fügeverfahren vor einer späteren Serienproduktion zu überprüfen.

Ultraschallschweißen bei Lambda.sys

Lambda.sys bietet das Ultraschallschweißen als Teil eines umfassenderen Angebots zur Fertigung und Bearbeitung technischer Komponenten an. Neben dem Fügeverfahren gehören unter anderem Kunststoffspritzguss, Werkzeugbau, Musterbau, Montage, Lackierung, Tampondruck und Laserbeschriftung zum Leistungsspektrum. Dadurch können Materialauswahl, Bauteilfertigung und spätere Weiterverarbeitung aufeinander abgestimmt werden. Besonders bei Serienprodukten kann es sinnvoll sein, die Anforderungen des Ultraschallschweißens bereits während der Konstruktion und Prototypenphase zu berücksichtigen.

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